http://www.ak-tschernobyl-langgoens.de/images/Bilder/bilder_basissystem/banner.png Aus Anlass des vierten Jahrestages organisierte Gerhard Keller aus Gießen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Umweltgruppen einen Vortrag unter dem Titel “Leben nach Tschernobyl”. Hauptredner war Wladimir Sakowitsch, ehemaliger Oberst der Roten Armee und im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe für die Evakuierung tausender Menschen verantwortlich.

Sakowitsch berichtete in dieser Veranstaltung, in den ersten Tagen nach der Katastrophe sei es lediglich gelungen Kinder aus einem Radius von etwa 10 Kilometern um den brennenden Reaktor zu evakuieren. Weitere 40 Tage habe man benötigt, um 25.000 Menschen aus den betroffenen Gebieten zu transportieren, von denen viele nur unter größten Schwierigkeiten zur Aufgabe ihrer Heimat bewegt werden konnten.

14 Tage später nahm Gerhard Keller an einem weiteren Vortrag zum Thema “Tschernobyl” in der evangelischen Kirchengemeinde Gießen-Kleinlinden teil. Referent war diesmal Anatolij Artemenko, ein Dozent der technischen Hochschule in Kiew, dessen Elternhaus sich in Tschernobyl befindet und dessen Familie evakuiert werden musste. Artemenko hatte Gelegenheit, ein Jahr nach der Katastrophe durch das Sperrgebiet von Tschernobyl zu fahren. Die von ihm gezeigten Bilder und Videofilme waren erschütternd. Unter diesem Eindruck versprach Gerhard Keller ihm finanzielle Mittel für die medizinische Betreuung der Evakuierten und bereits wenige Tage später legte Artemenko eine Liste mit 60 Familien aus Borispol, einer Stadt südöstlich von Kiew, vor, die seiner Meinung nach dringend Unterstützung benötigten.
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Im Zusammenhang mit der Beschaffung von Spendengeldern kontaktierte Gerhard Keller den Langgönser Pfarrer Eberhard Klein, der sich ebenfalls mit dem Thema Tschernobyl beschäftigte. Eine von diesem geplante Reise mit dem Arbeitskreis “Frieden” nach Kiew sollte dazu genutzt werden, die medizinische Hilfe direkt in Borispol zu übergeben. Nach Rückkehr von der Begegnungsreise Ende September 1990 war ein Fazit der Teilnehmenden: “Den Menschen, die wir kennengelernt haben, wollen wir helfen!”

Arbeitskreis 2006
http://www.ak-tschernobyl-langgoens.de/images/Bilder/bilder_basissystem/vortrag-frankalt.pngDr. Franz Alt inmitten der Arbeitskreismitglieder
G. Keller, E. Klein, C. Rohm, S. Blochwitz, Dr. F. Alt, H. Diehl, G. Boller, H. Benedikt, T. Halblaub. (von links)



Am 19. Oktober 1990 wurde der Arbeitskreis “Leben nach Tschernobyl” in der ev. Kirchengemeinde Langgöns gegründet.

Das nebenstehende Foto entstand im September 2006 anlässlich eines vom Arbeitskreis initiierten Vortrags des bekannten Autors Dr. Franz Alt zum Thema “Vom Atom- ins Solarzeitalter”.