http://www.ak-tschernobyl-langgoens.de/images/Bilder/bilder_basissystem/naehstube1.png

Im Borispoler Waisenhaus hat der Arbeitskreis eine Nähstube eingerichtet:

In einem hellen, freundlichen Raum wurden sieben elektrische Nähmaschinen installiert, die von vielen jungen Damen unterschiedlichen Alters eifrig benutzt werden. 

Hier werden zur  Zeit  8 junge Mütter in einem 2-jährigen Kurs zur Schneiderin ausgebildet. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie ein Zertifikat, das ihnen eine beruflich Perspektive ermöglicht. Darüber hinaus läuft zweimal wöchentlich ein Kurs in einfachen Näharbeiten für junge Mädchen. Hier geht es in erster Linie darum, den Mädchen abseits der Straße eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten.

Neben der Eigenversorgung durch die Produktion und Ausbesserung von Kleidungsstücken geht es bei diesem Projekt auch um Erlöse durch den Verkauf von selbst hergestellten Textilien sowie die Möglichkeit einer soliden Berufsausbildung, die den Mädchen später einmal die Sicherung des Lebensunterhaltes erleichtert.

Dieses Anliegen wird von von der Leiterin der Einrichtung nach Kräften unterstützt, verbunden mit der Bitte, auch für die Jungen etwas Ähnliches zu schaffen - aber doch lieber Richtung Holzbearbeitung. Denn dass Jungen gerne an Nähmaschinen sitzen, ist auch in der Ukraine recht selten.

Es gibt viel zu lernen und viel zu zeigen.

Aktuelles zur Nähstube aus dem Jahresbericht 2013 - von Reinhard Knauf:

Ja, zur Nähstube in Borispol wollte ich auch noch ein bisschen was erzählen. Da wird weiterhin fleißig gearbeitet - und die Mädchen, die dort tätig sind und alles Mögliche nähen, zeigen auch gerne ihre Produkte vor, die sich wirklich sehen lassen können, aber ...... ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten, läuft's halt nicht!

Der Arbeitskreis hatte sich gedacht, einen richtigen Lehrbetrieb nach deutschem Vorbild auf die Beine zu stellen. Dort sollte ausgebildet werden mit einer Prüfung nach einer gewissen Ausbildungszeit, denn der (schriftliche!) Nachweis über die Befähigung, als Schneiderin zu arbeiten.

Nun, so geht's wohl in der Ukraine nicht. Und wie es genau "geht", das wissen wir eben nicht. Vielleicht liegt es an Kommunikations-Problemen. Deshalb werden im kommenden Frühjahr (Februar?) zwei Arbeitskreisler wohl nach Borispol reisen, um das alles mit den zuständigen Leuten im Borispoler Rathaus zu besprechen. Möglicherweise kommen wir dann weiter.

Unterdessen arbeitet die Schneidermeisterin in der Nähstube weiter, die Mädchen lernen auch etwas; sie können ganz gut nähen (und wenn's auch jetzt nur für sie selber, für die Familie oder für wen auch immer ist) - und dann wird man weitersehen.

Uns schwebt vor, die Nähstube in eine regelrechte Schneiderei umzuwandeln, wo die Mädchen praktisch lernen, die Praxis mit einer Berufsschule kombinieren und dann ihren Abschluss machen, der ihnen eine vernünftige Zukunft sichert. Vielleicht kommt's sogar dazu, dass die Schneiderei ihre Produkte auch vermarkten kann.

Das alles soll Gegenstand der Besprechungen im kommenden Frühjahr im Borispoler Rathaus sein.

Drückt die Daumen, dass es klappt!